Texte

  Kantate

Hochzeitsmahl des Königssohnes

Matthäus 22, 2-14  /  GW J.  4.9.1982


1.Chor


Die Zeit ist gekommen, der Bräutigam bereit,

die Dunkelheit zu durchbrechen, auf ewige Zeit.

Sein Auftrag zur Versöhnung der Menschen mit Gott,

erfüllt er in Liebe und Treue unter Spott.

So lies der König dem Sohn das Hochzeitsmahl vorbereiten.


2.Rezitativ


Christus der Bräutigam,  legte mit diesem Gleichnis sein eigenes Leben dar, war er doch mit dem Auftrag ins menschliche Dasein getreten, den  Menschen dieser Welt die Erlösung zu bringen. Dies brachte Christus in Gleichnissen einmal auf diese, einmal auf jene Weise, in Sinnbildern zum Ausdruck; denn die Wahrheit verstanden die Menschen von damals noch nicht.


3.Choral  "RG 56"


1) König ist der Herr. Völker gebt ihm Ehr.

Um ihn steht und wacht seiner Engel Macht,

und vor ihm erbebt alles was da lebt.

Ref.: Preiset seinen Namen: Er ist heilig. Amen.

2) Allen schafft er Recht, wie dem Herrn, dem Knecht.

Jeder gilt ihm gleich. Wahrheit heisst sein Reich,

Kraft, Gerechtigkeit, Treu und Billigkeit.

3) Kommt von nah und fern, lobet Gott den Herrn.

Beuget eure Knie, tief anbetend hie.

Ruft ihn; er verzeiht in Barmherzigkeit.


4.Rezitativ Tenor


Christus sprach: 

Rezitativ Bass

Es war ein König, der hatte einen Sohn. Für diesen Sohn liess er das Hochzeitsfest bereiten.

Rezitativ Tenor

Im Gleichnis ist Gott der König; der Sohn, der Hochzeit feiern sollte, war Christus selbst.


5.Chor


Der König sandte seine Knechte aus;

sie sollten die Menschen zum Hochzeitsmahl des Königssohnes laden.

Die Knechte machten sich auf; allein, die Geladenen kamen nicht.


Rezitativ Tenor


Der eine sagte, er habe keine Zeit.

Ein anderer schützte Geschäfte vor.

Ein dritter hatte eine andere Ausrede.

Sie alle könnten, so sagten sie, an diesem Hochzeits¬mahl nicht teilnehmen.



6.Rezitativ Tenor


Wer waren diese 'Knechte', die ausgingen und die Botschaft verkündeten:


7.Chor


"Kommt, das Mahl ist bereitet! Ihr seid eingeladen!"? Einst wurde doch die Botschaft verkündet: "Friede den Menschen! Euch ist der Heiland geboren! . . ." (Vgl. Lukas 2, 11.) (die ENGEL verkündeten diese Botschaft)


8.Rezitativ Tenor


Aber die Menschen hörten nicht auf diese Botschaft - sie wollten sie nicht annehmen! Also kehrten die Knechte zurück und mussten berichten:


9.Chor


"Niemand kommt . ."


10.Rezitativ Tenor


Daraufhin sandte der König, wie es im Gleich¬nis heisst, andere Knechte aus. Sie sollten die Strassen aufsuchen, sich an alle Ecken stellen und die Leute drängen, zum Hochzeitsmahl zu kommen. Einige kamen dann auch; andere aber, die die Einladung gehört hatten, gingen auf die Knechte los und brachten sie um.

( die Propheten, wie z.B. Johannes der Täufer verkündeten diese Botschaft)



11.Chor


Christus, der Bräutigam hatte den schweren Auftrag die Erlösung zu erfüllen. Er selbst hatte den Men¬schen verkündet:

Rezitativ Bass

"Ich bin Gottes Sohn!"

Rezitativ Tenor

Doch sie glaubten ihm nicht.


12.Aria Bass


Der König musste sie zuerst wachrütteln

und  drängen, am Festmahl teilzunehmen,

sie waren eingehüllt im Nebel,

und kannten den Bräutigam nicht.

Menschen trafen dann aber ein,

und der Saal hatte sich gefüllt.


13.Chor


Der christliche Glaube hat Verbreitung gefunden.

Die Einladung zum Fest wurde zum Erfolg.

Doch ermangelt dieser Glaube noch der Klarheit.


Lass die Nacht und grosse Sünd mit diesem Hochzeitsmahl vergehn;

o mein Jesus, lass dich finden, lass dein Herz mir offen stehen,

denn allein durch deine Hilf und Rat lös ich meine Missetat.








14.Choral   RG 715


Hilf, daß ich nie von dir mich kehre

in Glück und Unglück, Freud und Leid;

schick alles, Herr, zu deiner Ehre

und meiner Seele Seligkeit.

Ja Vater, führ mich immerdar

nur selig, wenn auch wunderbar.


Dir will ich mich ganz überlassen

mit allem, was ich hab und bin;

ich werfe, was ich nicht kann fassen,

auf deine Macht und Weisheit hin.

Mein Vater, führ mich immerdar

nur selig, wenn auch wunderbar.


15.Rezitativ Tenor


Der König selbst ging hin, um Nachschau zu halten, ob auch alle Gäste festlich gekleidet waren.


16.Chor


Aus welchem Grund?


17.Rezitativ Tenor


Da bemerkte der König, dass einer darunter war, der kein Hochzeitskleid trug" - besser sollte man vielleicht sagen: "der nicht festlich gewandet war." "Als der König sah, dass dieser weder geschmückt noch festlich gekleidet war, liess er ihn herausholen, binden und befahl:


18.Chor


'Werft ihn ins Feuer! Werft ihn in die Finsternis, so wie sie gerade ist!"


19.Rezitativ


Denn als Christus dieses Gleichnis erzählte, hatte er seinen Erlösungsauftrag  noch nicht erfüllt. Noch war er nicht in die Hölle eingedrungen, wodurch erst¬mals Licht in die Finsternis gebracht wurde. Wer aber war der nicht festlich Gewandete?


20.Aria Tenor


Vater der Lüge, Luzifer der Teufel,

Drache und Schlange,  Herrscher dieser Welt.


21.Rezitativ Tenor


Damals war der Heilsplan in seinem entscheidenden Punkt noch nicht verwirklicht: Noch hatte Christus seinen Kampf mit Luzifer in der Hölle nicht aufgenommen und siegreich bestanden. Noch war Christus ja Mensch. Darum liess er im Gleichnis den König befehlen:


22.Chor


Werft ihn ins Feuer! Werft ihn dahin, wohin er gehört!"


23.Aria- Bass / Tenor


Der Sünde Sold ist Tod und Feuer,

die Hölle, einen Ort der Qual.

Der Satan stärker als die Menschen,

in Nacht und Dunkelheit gehüllt,

dort wird er kämpfen und die Seinen,

in Lüge, Hass und List und Hohn,

er ist der  Vater aller Übel,

bis Dunkelheit vom Licht verdrängt.


24.Chor


Viele sind berufen, doch wenige sind auserwählt.

Es ist nicht so leicht, ihnen die Wahrheit zu bringen;

die einen haben eine vorgefasste Meinung,

andere sind fanatisch,

wieder andere haben kein Interesse ... .

Den Weg zu höherer Erkenntnis zu finden

und dadurch seinen Aufstieg beschleunigen,

das soll dieses Gleichnis lehren.

Christus sprach: Der Geist der Wahrheit wird kommen

und euch über all jene Dinge unterrichten,

die ihr wissen müsst.



25.Choral  RG 653


1) Wie schön leuchtet der Morgenstern,

voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn

aus Juda aufgegangen.

Du guter Hirte, Davids Sohn,

mein König auf dem Gnadenthron,

hast mir mein Herz umfangen:

Lieblich, freundlich, schön und prächtig,

groß und mächtig, reich an Gaben,

hoch und wunderbar erhaben.


4)    Wie bin ich doch so herzlich froh,

dass Christus ist das A und 0,

der Anfang und das Ende.

Er wird mich doch zu seinem Preis

aufnehmen in das Paradeis;

drauf fass ich seine Hände.

Amen, Amen. / Komm, o Sonne, meine Won¬ne,

bleib nicht lange: / Deiner wart ich mit Verlangen.